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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 LAUSCH Hörspiele
Greifenklaue Offline

Amuletträger


Beiträge: 466

26.10.2007 22:22
Drizzt 1 - Der dritte Sohn Thread geschlossen

Die Umsetzung der DSA-Romane als Hörbücher war sicherlich schon eine gute Nachricht, aber als Rollenspieler und Hörspielsammler lies es einen alles andere als kalt, als erste Ankündigungen auftauchten, dass eine der bekanntesten Rollenspielbuchreihen, Die Saga vom Dunkelfen von R.A. Salvatore, als Hörspiel umgesetzt werden soll. Und nun steht es kurz bevor, Ende September ist der offizielle Starttermin für den ersten Teil, Der dritte Sohn, welcher im Lauschverlag erscheinen wird. Die Greifenklaue hat ein Vorabexemplar bekommen, um für Euch schonmal reinzulauschen, was ich sogleich auch extensiv betrieben habe.

Drizzt Do'Urden wird als dritter Sohn der zehnten Familie der Dunkelelfenstadt Menzoberranzan geboren und sollte eigentlich gleich der dunklen Spinnengöttin Lolth geopfert werden, um den Sieg in der Schlacht zu sichern. Aber zu seinem Glück - soweit man von Glück sprechen kann, wenn man in die dunkle Unterwelt der Drow hineingeboren wird - ist, dass sein zweitgeborener Bruder durch Verrat fällt. Ein Opfer für Lolth genügt, um sie gnädig zu stimmen in der Schlacht gegen das sechste Haus Hun'ett, welches fast komplett ausgelöscht wird.

Nur ein Lehrling auf der Magierakademie Sorcere kann dem Familienmord entkommen, indem sein Mörder und Meister getötet wird und er seinen Platz einnimmt, unter dem Verlust seines Gesichts - den sein Meister heißt dank eines Säureunglücks nicht umsonst der Gesichtslose. Jedoch kann er nicht in Erfahrung bringen, wer seine Familie dahingeschlachtet hat und muss wie eine Spinne in ihrem Versteck auf Hinweise und seine Rache lauern.

Dem Hörer werden Einblicke in die Jugend oder genauer bedeutende Augenblicke der Jugend gewährt, z.B. als die Frauen, Dunkelelfen sind schließlich in einem Matriachat organisiert, über seine Zukunft entscheiden. Eigentlich wollen ihn die Klerikerinnen zu einem Magier ausbilden lassen, aber der Waffenmeister Zaknafein weist auf seine Beidhändigkeit hin, eine Eigenschaft, die ihn zu einem überlegenden Krieger machen würde.

So ist es dann an Zaknafein Drizzt erste Schritte zu einem dunkelelfischen Krieger zu begleiten. Auch wenn er vielleicht mehr Dunkelelfen - und Dunkelelfinnen - auf seinem Gewissen hat, ist das keineswegs ein Zeichen seiner grenzenlosen Loyalität und dem Glauben an das System der Drow. Er hat zwar Respekt vor den Frauen seines Hauses, nimmt es aber nicht als lolthgegeben an, genauso wie ihm Begriffe wie Tapferkeit und Ehre etwas bedeuten wie er auch den Brudermord - den er auch schon oft genug ausführen musste - verachtet. So wird Drizzt etwas anders geprägt als viele tausend andere Jungdrow.


Die Umsetzung

Die Umsetzung als Hörspiel ist insgesamt grandios gelungen, nur kleinere Kritikpunkte bleiben zurück.

Fangen wir mit der Hauptstimme an: mit Tobias Meister wurde eine bekannte Hollywoodstimme engagiert, die der Hörer als Synchronstimme von Brad Pitt, Sean Penn und Kiefer Sutherland kennt. Insbesondere als Jack Bauer von 24 ist sie mir im Gedächnis geblieben. Die Befürchtung, ständig daran erinnert zu werden, tritt aber nicht ein. Erstens passt sie recht gut zu dem Dunkelelfen, zum anderen taucht man durch Musik, Stimmung und Effekte tief ein, dass man sich sogleich im Unterreich wiederfindet und nicht etwa im Hauptquartier der CTU.

Die anderen Stimmen sind gut gewählt, passen zum Umfeld und besonders die krächzige Stimme von Briza, der ersten Tochter der Mutter Oberin, tut sich noch hervor ebenso wie Zaknafeins ausgeglichene, von Erfahrung geprägte Stimme.

Die Sounds sind mir manchmal etwas zu schrill und schnell, ich könnte mir gut tiefe, langsame Töne für die langen, dunklen, lichtlosen Gänge und Katakomben des Unterreichs vorstellen. Aber auch diese Umsetzung passt zu den verschlagenen, flinken Dunkelelfen.

Zur Story von R.A. Salvatore muss man an sich nicht viel sagen, auf der Figur des Dunkelelfen Drizzt basiert sein Bekanntheitsgrad. Die ersten sechs Teile (, die allerdings nicht als erste geschrieben wurden) sind auch inhaltlich die besten. Während es in späteren Bänden zu Kämpfen en masse kommt, findet sich hier auch ein erster Eindruck in die schillernde Welt Menzoberranzans, die intrigante, verschlagene Welt der Drow und bietet auch Charakterspiel. Insgesamt bleiben seine Romane eher simpel gestrickt, aber gerade dies läßt sich hervorragend als Hörspiel umsetzen.

Die Aufmachung ist sehr gelungen, das Cover im Stil der bei Panini erscheinden Comics nachempunden (ebenfalls im September), ein Schnitt auf Drizzts Gesicht. Die Innenillustrationen stammen von Todd Lockwood und Joel Thomas, einmal ein Streit unter Dunkelelfen und einmal das beleuchtete Menzoberranzan, und sind gut gewählt. In der Mitte des achtseitigen Booklets findet sich eine Karte der Stadt und eine Übersicht über die Familie Do'Urden. Für neue Hörer sicherlich eine gute Orientierung.

Normalerweise nicht erwähnenswert ist die beiliegende Werbung, ich will es hier aber machen, weil es eine gemeinsame Werbung von Feder & Schwert (Rollenspiel), Panini (Comics), Wizards (DnD-Miniaturen), Atari (Computerspiele) und Lausch (Hörspiele) ist, so dass letztlich vielleicht auch die Rollenspielgemeinde von neuen Hörern profitiert. Sehr löblich!


Das Fazit:

Auch die vierte Serie im Lauschverlag ist gelungen und endlich, endlich existiert eine Rollenspieladaption im Hörspielbereich, der ja gerade wieder richtig angesagt ist und so vielleicht schon bald eine Schar neuer, begeisterungsfähiger Spieler, die nicht nur mit den Ohren in die fantastische Welt der Vergessenen Reiche eintauchen will. Wenn es weiterhin derart gelungen umgesetzt wird, darf man sich auf weitere Teile freuen!

PS.: Erstveröffentlichung der Rezi hier: http://www.greifenklaue.de/Rezies_dndd20...ritte_sohn.html

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"Gorion wäre stolz auf Euch!" - http://www.greifenklaue.de

Meine Hörspielrezis - http://www.greifenklaue.de/rezimenue_medien.html

Steven Offline

Administrator


Beiträge: 828

26.10.2007 22:24
#2 RE: Drizzt 1 - Der dritte Sohn Thread geschlossen

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"Jede Kunst ist politischer Manipulation unterworfen, außer jener, die die Sprache eben dieser Manipulation spricht" Laibach

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